Ev. Peter-Paul-Kirche

Die Peter-Paul-Kirche (auch Stadtkirche, zeitweise auch deutsche Kirche genannt) wurde in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts erbaut. Das Zellengewölbe überspannt als einziges in Brandenburg und Sachsen die gesamte Kirche und wurde wohl um 1509 nach einem Stadtbrand von einem Schüler des Dresdner Baumeisters Arnold von Westfalen (um 1425 bis 1480/1481) errichtet; genaue Belege dazu fehlen aber.

Am 20./21. April 1945 brannte die Kirche vollständig aus und konnte erst 1958 wieder eingeweiht werden. Im Zuge dieser Sanierung erhielt der Kircheninnenraum sein schlichtes Erscheinungsbild.

Im Jahr 2012 wurden die Turmfassade, der gesamte Innenraum, die Fenster und die Sakristei gründlich, aber sehr behutsam saniert. 

Die Kirche selbst, der Turmbereich mit Glockenstuhl und das Dach des Kirchenschiffes mit beeindruckendem Blick auf das Gewölbe von oben können nach Vereinbarung besichtigt werden.

Peter-Paul-Kirche Senftenberg Außenansicht

Adresse & Anfahrt

Peter-Paul-Kirche
Kirchplatz
01968 Senftenberg
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Sie erreichen die Kirche mit dem Auto über die Burglehnstraße.
An der Kirche selbst sind keine Parkmöglichkeiten vorhanden (nur für Anwohner).
Bitte nutzen Sie Parkplätze in der näheren Umgebung.

Weitere Informationen

  • dreischiffige Hallenkirche und aus dem Kirchenschiff erreichbare Sakristei
  • ca. 350 Sitzplätze sowie ca. 50 Plätze auf der Orgelempore
  • drei Glocken mit Läuteautomatik
  • Orgelempore an der Westseite
  • schlichter Altar: einfaches Holzkreuz (ursprünglich nur als ein Provisorium gedacht)
  • Dachgeschoss über dem Kirchenschiff durch Holzgänge begehbar
  • schlichter, bei Tagelicht sehr heller Innenraum, keine größeren Kunstgegenstände
  • klarverglaste Fenster, keine Fenstermalereien
  • barrierefreier Zugang auch zum Altar (über eine Rampe); besondere Rollstuhlfahrerplätze in den Bankreihen; Induktionsschleife und ausleihbare Kopfhörer
  • beheizbare Sitzbänke und Fußbereiche in den Bankreihen
  • beheizte Fläche im Altarraum
  • Turmzugang bis zu den Glocken (... m Höhe über NN)

 

1332 erste Erwähnung einer Kirche in Senftenberg
erbaut wohl in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts durch eine Familie Köckritz
Anbau der Sakristei im späten 15. Jahrhundert
Passionsretabel um 1490 eingebaut
1504 wird erstmals das Vorhandensein einer Orgel erwähnt
mehrfach Zerstörungen durch Brände:
1509 Stadtbrand, bei dem Dächer und Turm der Kirche verbrennen; Einbau bzw. Erneuerung des heutigen Gewölbes wohl nach diesem Brand
1539 geringfügige Umgestaltung in Folge der Reformation
1579 erste gründliche Renovation der Kirche mit reformatorischen Veränderungen
1641 Stadtbrand während der schwedischen Besatzung, bei dem erneut Dach und Kirhce verbrennen sowie Uhr und Glocken zerstört werden
bis 1661 Wiederaufbau mit Erneuerung der Turmes, Anschaffung neuer Glocken und einer neuen Uhr
bereits 1670 erneuter Stadtbrand ("große Feuersbrunst"), wieder werden Dach und der gerade erneuerte Turm zerstört, auch die Kirchenbücher verbrennen
1690 zweite gründliche Renovierung der Kirche
1717 wieder ein großer Brand, der Turm, Dach und Glocken zerstört
(1818 hat Senftenberg ca. 800 Einwohner)
(1890 hat Senftenberg ca. 4000 Einwohner)
1891/1892 dritte gründliche ("allerdings wenig erfreuliche") Renovation:
- hohe spitze Pyramide als Turmdach (61 m hoch ist der Turm danach)
- mittelalterlicher Passionsretabel wird entfernt und später nach Doberlug für die dortige Klosterkirche verkauft
- neue Orgel der Fa. Schlag & Söhne wird aufgestellt
- Fenster werden neu verglast; ein kunstvoll von der Hofglasmalerei Türck & Co. aus Zittau gemaltes Altarfenster zeigt den einladenden Christus
- Emporen und Gestühl werden "in gotischem Stil" erneuert
- Emporen bekommen gesonderte Treppenhäuser mit Zugang von außen
- der Fußboden wird neu gepflastert
- die Kanzel wird restauriert; dabei werden Figuren am unteren Rand entfernt
- wahrscheinlich Umbau des Sakristeizuganges (Durchgang zum Schiff wird zugemauert; stattdessen seitlicher Zugang von außen)
(1916 hat Senftenberg ca. 9000 Einwohner)
1927 ist der äußere Zustand von Kirche und Turm "bedenklich" (laut Schreiben des Provinzialkonservators)
1934 wird erneut die Wiederherstellung nach denkmalpflegerischen Gesichtspunkten gefordert
April 1945 brennt die Kirche nach Beschuss der Stadt fas völlig nieder
- Turmspitze verbrennt und stürzt ein
- letzte verbliebene kleine Glocke schmilzt (größere Glocken waren bereits 1942 abgegeben worden)
- der gesamte Innenraum brennt aus mit Emporen, Orgel, gotischem Gestühl, Altar, Barockkanzel
- Bleiglasfenster und Leuchter sowie der Taufstein werden zerstört
1947 Notbedachung; 1950 Dachneubau
1951 Richtfest für den Wiederaufbau
1956 Glockenweihe dreier neuer Glocken
1957 provisorischer neuer Altar (die Idee, den Altar aus der Wendischen Kirche zu verwenden (Wortspiel!) wurde verworfen)
28.09.1958 feierliche Wiedereinweihung
1959 Einbau einer elektrischen Bank- und Fensterheizung und einer elektrischen Läuteanlage
1. April 1960 Einweihung einer neuen Orgel der Fa. Eule (Bautzen)
1968 Erneuerung des Hauptportals
1985/1986 Neubau des Turmdaches
1995/1996 umfassende Dachreparatur
1999 wird der Altar aus der Wendischen Kirche im nördlichen Seitenschiff aufgestellt (vor dem früheren Sakristeizugang)
2011 Planung und 2012 Ausführung einer umfassende Sanierung (die fünfte)
- Ausbau der Orgel, Reparatur und Wiedereinbau nach der Sanierung
- Demontage und Reparatur der Kirchnebänke
- komplette Neuinstallation der Elektro-, Licht- und Beschallungsanlagen
- umfassende Fassadenreparaturen am Turm
- Ausbau, Reparatur und Reinigung und Wiedereinbau aller Fenster
- Bauforschung und umfassende Sanierung der Sakristei; Verschließen des alten und Wiederherstellung des ursprünglichen Zugangs; Öffnung ehemaliger Nischen und Einbau von Schränken; Freilegung des originalen Fußbodens aus mittelalterlichen Handstrichziegeln
02. 12. 2012 Wiedereinweihung
2018 erhebliche Schädigung der Orgel durch extreme Trockenheit im Sommer; 2019 umfassende Reparatur

Quellen:
Dehio
Paulitz-Chronik

Zur Geschichte der Peter-Paul-Kirche schrieb Dr. Rudolf Lehmann in einem Text zur Wiedereinweihung am 28.09.1958:

"Wann in unserem Heimatort das erste Gotteshaus errichtet wurde, lässt sich nicht mit Bestimmtheit sagen. Die noch bis zum Beginn der neuesten Zeit vorhandene weite Ausdehnung des Pfarrsprengels lässt auf das einstige Vorhandensein einer Burgwardkirche schließen, die in der Eroberungs- und Christianisierungsepoche im 10./11. Jahrhundert entstanden sein muss.

Dieses erste Gotteshaus, dem die nahe Burg zum Schutz diente, wird ein sehr bescheidener Bau, in der Hauptsache aus Holz gewesen sein. Offen bleibt auch die Frage, wann an seine Stelle ein größerer, steinerner getreten ist, vermutlich mit der Entstehung der Stadtsiedlung Senftenberg, die im Laufe des 13. Jahrhunderts -- der Ort wird 1279 erstmals genannt -- erfolgt sein muss.

Auch diese Kirche, aus der noch der alte im Museum befindliche Taufstein stammt, ist noch nicht die heutige.

Sie, eine spätgotische dreischiffige Hallenkirche, stammt erst aus dem 15. Jahrhundert, aus einer Zeit, in der, wie viele Bauten in anderen niederlausitzischen Städten offenbaren, bürgerlich städtisches Wesen auch hierzulande einen, wenn auch im ganzen bescheidenen Aufschwung nahm. Die kleine Gemeinde -- Senftenberg zählte um die Mitte des 16. Jahrhunderts erst 600 bis 750 Bewohner -- wird jahrzehntelang mit dem Bau beschäftigt gewesen sein; 1503 wird ein Ablass zum Turmbau gespendet. Weitere bauliche Nachrichten fehlen; der Meister, der das eigenartige Netzgewölbe mit den scharfkantigen, tiefbuchtigenZellen schuf, bleibt unbekannt. Bemerkenswert ist aber, dass wir ganz ähnliche Gewölbekonstruktionen aus der gleichen Zeit verschiedentlich in Meißen, dem Bischofssitz und der Residenz, wo Ende des 15. Jahrhunderts eine rege Bautätigkeit herrschte, begegnen.

Das schönste Ausstattungsstück im Inneren der Kirche bildete, ebenfalls aus der Wende des 15. Jahrhunderts stammend, der 1503 erwähnte Altar mit den trefflich geschnitzten Figuren der Maria im Mittelteil und der Apostel Petrus und Paulus, nach denen das Gotteshaus genannt wird, in den Seitenteilen. Wie wir aus der Meißner Stiftsmatrikel von 1495 (1346) wissen, gab es in katholischer Zeit noch fünf weitere Altäre. Diese verschwanden, nachdem 1539 die neue lutherische Lehre auch in Senftenberg förmlich durchgeführt war, während der herrliche Hauptaltar pietätvoll beibehalten wurde.

Von Brand- und Kriegskatastrophen blieb das Gotteshaus auch in der Vergangenheit nicht verschont. Schon beim Stadtbrande 1509 brannte auch das Dach der Kirche und des Turmes ab, ebenso 1641, als schwedische Besatzung im Städtchen lag, desgleichen bei der großen Feuersbrunst 1670 der  damals kaum vollendete Turm und 1717 wieder Dach und Turm. Da jedoch zum Glück bei all diesen Heimsuchungen das Kirchengewölbe kaum beschädigt wurde, wurde auch das Kircheninnere nicht in Mitleidenschaft gezogen, erhielt aber zu Beginn des Dreißigjährigen Krieges zum Teil neue Ausstattungsstücke im Renaissancestil, so vor allem 1618 eine reich gestaltete Kanzel.

Die Glocken, die bei den großen Bränden immer wieder zerschmolzen, mussten ständig neu gefertigt werden.

Eine gründliche, zum Teil allerdings wenig erfreuliche "Renovation" erlebte das alte Gotteshaus im Jahre 1891. Sie betraf außer dem Turm, dessen steiles Walmdach man durch eine hohe spitze Pyramide ersetzte, vor allem die Innenausstattung. Der ärgste Fehler dabei war, dass man zugunsten eines ziemlich handwerksmäßig gearbeiteten neugotischen den alten Altar beseitigte. Er ziert seit 1905 die ehemalige Doberluger Klosterkirche. Aufgestellt wurde 1891 auch eine neue Orgel sowie eine Neuverglasung der Fenster vorgenommen.

In dieser neuen Gestalt, die bis zur Katastrophe von 1945 bewahrt blieb, war uns Älteren das Gotteshaus, in dem im kunstvoll gemalten Altarfenster der einladende Christus die Mühseligen und Beladenen empfing, die Orgel volltönend und feierlich die gottesdienstlichen Handlungen begleitet, lieb und vertraut.

Gebe Gott, dass uns und denen, die nach uns kommen, auch die nach langem Bemühen wiederhergestellte Kirche lieb und vertraut wird und bleibt!"

Nächste Veranstaltungen

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