Vielleicht kennen Sie das: Eine Familie feiert. Für ein paar auswärtige Gäste ist die Zeit des Aufbruchs gekommen. Die Kinder müssen morgen wieder in die Schule. Mehr oder weniger artig beginnen sie, ihre Runde zu machen. „Tschüs … Tschüs … Tschüs!“ –
„Könnt ihr euch nicht ordentlich verabschieden?“ Die Mutter versucht, ihren erzieherischen Einfluss zu verstärken. Es wirkt offenbar. „Auf Wiedersehen.“

Liebe Gemeinde,

kirche0498an diesem Haus, es steht direkt an der Straße in Suschow bei Vetschau, bin ich oft vorbeigefahren. Immer wieder las ich diesen Spruch.
„Gott allein die Ehre.“
Ich fand das ungewöhnlich.
Und auch mutig, solch ein klares Bekenntnis für alle sichtbar zu zeigen. Der Bibelvers ist unübersehbar, da von der Straße aus gut zu sehen, die die Touristen nach Burg führt.
Ist ja schließlich keine Kirche, nur ein Wohnhaus!
Jetzt hab ich doch mal geklingelt.
Wohnen da etwa ganz fromme Leute? Vielleicht eine Sekte?
Nein, nein, sagte mir der Mann, das hat die Oma so gewollt, sie war ganz „normal kirchlich“. Sie wollte das so, als das Haus 1913 gebaut wurde. Und dieser Spruch überstand die Zeiten, den 1. und 2. Weltkrieg, wo so mancher auf dem „Feld der Ehre“ starb. Ich fragte, ob es zu DDR-Zeit denn keine Probleme gab? Nein, nie!

Gott spricht:

Ich schenke euch ein neues Herz und lege einen neuen Geist in euch.
Ezechiel 36,26

arrow siehe auch: Gedanken zur Jahreslosung 2017

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© Agentur des Rauhen Hauses Hamburg

Als im Jahr 587 v. Chr. die Stadt Jerusalem und Gottes Wohnstatt, der Tempel, zerstört werden, richtet sich der Prophet Ezechiel mit Gottes Worten an die Israeliten in babylonischer Gefangenschaft:
„Ich schenke euch ein neues Herz und lege einen neuen Geist in euch.“

  1. Erkenne die Zusammenhänge der Dinge und die Gesetze der Handlungen der Menschen, damit Du wissest, was Du tuest.
  2. Deine Taten sollen sich richten auf ein würdiges Ziel, doch sollst Du nicht fragen, ob sie es erreichen; sie seien Vorbild und Beispiel, nicht Mittel zum Zweck.
  3. Sprich zu den Menschen wie zu Dir selber ohne Rücksicht auf die Wirkung Deiner Rede, auf daß Du die Menschen nicht ausstoßest aus Deiner Welt und in der Vereinsamung der Sinn des Lebens Deinen Augen entschwindet und Du verlierest den Glauben an die Vollkommenheit der Schöpfung.
  4. Zerstöre nicht, was Du nicht erschaffen kannst.
  5. Rühre kein Gericht an, es sei denn, daß Du hungrig bist.
  6. Begehre nicht, was Du nicht haben kannst.
  7. Lüge nicht ohne Not.
  8. Ehre die Kinder. Lausche andächtig ihren Worten und sprich zu ihnen mit unendlicher Liebe.
  9. Verrichte sechs Jahre lang Deine Arbeit; im siebenten aber gehe in die Einsamkeit oder unter Fremde, damit die Erinnerung Deiner Freunde Dich nicht hindert zu sein, was Du geworden bist.
  10. Führe das Leben mit leichter Hand und sei bereit fortzugehen, wann immer Du gerufen wirst.

Leó Szilárd, 4. August 1939