Pandemie - ein Problem der Neuzeit?

1.Juni2021

Die Existenz von Pandemien ist so alt wie die Geschichte der Menschheit. Es ist bekannt, dass schon lange vor der Zeitenwende Seuchen grassierten. Allen voran die Pest, die ab 3500 v. Chr. immer wiederkehrend, ausbrach. Auch nach der Zeitenwende forderte die Pest während zahlreicher Pandemien mehr als 130 Millionen Tote. Das entsprach einem Drittel der europäischen Bevölkerung. Infolge des Ausbruchs der spanischen Grippe mit Beginn des 1. Weltkrieges waren mehr als 50 Millionen Opfer weltweit zu beklagen. Typhus, Cholera, Fleckfieber, Poliomyelitis und Pocken sind weitere Infektionskrankheiten und Seuchen, die in der Vergangenheit immer wieder die Bevölkerung heimsuchten.
Diese unermesslich hohen Zahlen der Opfer sind für uns kaum vorstellbar, ebenso wie die Bedingungen, unter denen die Menschen lebten und litten und starben.
In den letzten 50 Jahren dominierten die Virusgrippe, AIDS, SARS, Ebola, Masern, Cholera und seit November 2019 das Covid19 (SARS Cov-2) das epi- und pandemiologische Weltgeschehen.

Eine Epidemie ist ein räumlich und zeitlich begrenztes vermehrtes Auftreten von Krankheitsfällen einheitlicher Ursache.
Aus eigenem Erleben erinnere ich mich an eine Hepatitis A - Epidemie im Jahr 1964/65. Betroffen waren damals unsere Heimatregion, aber auch die angrenzenden sächsischen Landkreise hatten hohe Inzidenzen.
Es gab viele infizierte Kinder, damals wie heute durch Übertragung in den Kindergärten und Schulen.
Die Kinder wurden auf Isolierstationen in Quarantäne genommen und behandelt. Kleine Kinder im Kita - Alter verbrachten durchschnittlich 8 Wochen in einem Saal mit 12 Betten. Die Eltern durften sonntags kommen, aber natürlich das Krankenhaus nicht betreten. Also nur durch das geschlossene Fenster einen Blick und einen Gruß austauschen. Regelmäßig endeten diese „Besuche“ mit vielen vielen Tränen. Nach den 8 Wochen Krankenhaus folgte noch eine 6- wöchige Kur, wieder ohne Eltern und dazu in der Ferne, d.h. ganz ohne Besuch. Wie gut, dass solche Maßnahmen der Vergangenheit angehören und unseren Kindern erspart bleiben. Die gegenwärtige Pandemie kennt, wie wir alle wissen, keine räumlichen Grenzen. Eine zeitliche Grenze wird es geben. Wie bei allen Pandemien in der Geschichte.
Wir dürfen dankbar sein, dass der medizinische Fortschritt, die hohen hygienischen Standards und die andauernde Bekämpfung der Krankheitsverbreitung das Erreichen dieser Grenze in absehbarer Zeit möglich macht.
Lassen Sie uns unbeirrbar und unverzagt hoffen und beten.

1. Juni 2021
Ute Wurzle
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