Ausstellung

Entfernung von der Truppe

29.Juni2024

Die Ausstellung der Friedensbibliothek Berlin widmet sich Menschen, die sich weigerten, im Zweiten Weltkrieg zu kämpfen.

Jochen Schmidt von der Friedensbibliothek sagt, man habe sich bereits zu DDR-Zeiten die Frage gestellt, was aus den Zeugnissen derer geworden sei, die sich nicht am Krieg beteiligen wollten. Damals seien Recherchen kaum möglich gewesen. Die einzigen zwei Namen mit je einem Foto, die bei den Nachforschungen aufgetaucht seien, waren Franz Jägerstätter und Hermann Stöhr. Erst nach dem Mauerfall 1989 sei man im Westen und im Osten auf die Suche gegangen und habe 10 Jahre lang Material gesammelt. Schmidt: „Es ist bezeichnend, dass es zu jedem Regiment ein Erinnerungsbuch gibt, aber kein einziges Buch zu den Kriegsdienstverweigerern. Unter dem Nazi-Regime sind etwa 100.000 Urteile wegen Desertion und Wehrdienstverweigerung gefällt worden, rund 22.000 waren Todesurteile. Wir haben zu knapp 40 Deserteuren ein bisschen Material gefunden – das ist symptomatisch für die Kriegs- und Nachkriegszeit.“ Viele Verwandte von Deserteuren hätten aus Angst oder aus Scham jegliches Andenken vernichtet. Jochen Schmidt: „Der Zweite Weltkrieg ist zu Ende gegangen, weil es diese Menschen gab, die sich geweigert haben zu kämpfen. Diese Ausstellung soll eine Würdigung für sie sein.“

29. Juni 2024
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